Funktionsweise

Wie funktioniert ein Nachtsichtgerät?

Um zu verstehen, wie ein Nachtsichtgerät funktioniert, muss man sich ein wenig mit Physik befassen. Wenn es für den Menschen zu dunkel wird, ist meist dennoch Licht vorhanden. Es liegt nur außerhalb des Spektrums, das unser Auge noch sehen kann.
Das menschliche Auge ist in der Lage, Lichtwellen mit einer Länge von 380 Nanometer bis 750 Nanometer wahrzunehmen. Dies ist das sogenannte Farbspektrum.

Nachtsichtgeräte nutzen jedoch infrarotes Licht. Infrarote Lichtwellen liegen mit 780 Nanometer bis 1 Millimeter Länge über dem Bereich, den unsere Augen erkennen können. Warme oder heiße Gegenstände (und Lebewesen) strahlen mehr infrarotes Licht ab als kalte. Man kann Infrarotstrahlung aber auch dazu benutzen, etwas zu erwärmen – das weiß jeder, der seine Hand schon einmal unter eine Infrarotlampe gehalten hat.

Nachts liegt der größte Teil der vorhandenen Strahlung im infraroten Bereich. Sie stammt vom Mond, den Sternen und Rückstrahlungen künstlicher Lichtquellen (Städte, Autobahnen), die von Wolken über weite Strecken reflektiert werden können.

Nachtsichtgeräte sind in der Lage, diese infraroten Lichtwellen sichtbar zu machen und zu verstärken. Sie sammeln das vorhandene Licht mit speziellen Objektiven, die für Infrarotstrahlung besonders durchlässig sind, und bündeln es auf eine sogenannte Bildwandlerröhre. Wenn das Licht auf diese Röhre trifft, „schlägt“ es hier Elektronen los. Dieser Elektronenfluss wird verstärkt und am anderen Ende auf einem Bildschirm wieder in sichtbares Licht umgewandelt. Der Nutzer des Nachtsichtgerätes kann nun im Dunkeln sehen. Sind keine natürlichen Infrarotlichtquellen vorhanden (z.B. in einem geschlossenen Raum), kann man eine Infrarotlampe benutzen – sie ist für menschliche Augen unsichtbar, erhellt aber für das Nachtsichtgerät den Raum.

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