Infrarotsicht
Nachtsichtgeräte mit Infrarotsicht
Nachtsichtgeräte sind dank ihres eingebauten Lichtverstärkers in der Lage, schon mit sehr schwachen Lichtquellen ein taghelles Bild zu erzeugen. Die Lichtverstärkung moderner Geräte liegt zwischen 1.000fach und 60.000fach.
Ein echtes Nachtsichtgerät beinhaltet heutzutage stets einen Lichtverstärker, der Lichtquellen mit sehr wenig Lux (Maßeinheit der Lichtstärke) heller erscheinen lässt. Diese Geräte erreichen eine Verstärkung von 1000fach (erste Generation der Lichtverstärker) bis zu 60.000fach (dritte Generation). Das Licht einer einzelnen Kerze reicht so aus, um ein Zimmer wie bei voll eingeschalteter künstlicher Beleuchtung (1000fach) oder an einem sonnigen Sommertag (60.000fach) erscheinen zu lassen.
Das Bild wird durch den verwendeten Lichtverstärker dabei jedoch monochrom, also Schwarz/Weiß oder bei den meisten Geräten Grün/Weiß. Es gibt zwei Arten von Lichtverstärkern. Der Bildverstärker, der das vorhanden Licht im sichtbaren Spektrum verstärkt, wird heute in Nachtsichtgeräten nicht mehr verwendet. An seine Stelle ist der Bildwandler getreten. Er arbeitet nach dem gleichen Prinzip: Das Licht trifft auf eine Photokatode und „schlägt“ dadurch Elektronen los, die dann beschleunigt und auf einem Leuchtschirm wieder in sichtbares Licht umgewandelt werden.
Der Bildwandler reagiert jedoch auch auf Lichtwellen im Bereich der sogenannten nahen Infrarot-Strahlung (780nm bis 3.000nm Wellenlänge). Diese Infrarotstrahlung ist nachts eine deutlich ergiebigere Lichtquelle. Dadurch wird die Menge des zur Verfügung stehenden Lichtes, das dann wiederum verstärkt werden kann, erhöht.
Viele Camcorder oder digitale Fotokameras verfügen heutzutage über einen sogenannten „Nachtmodus“. Diese Geräte besitzen jedoch in der Regel keinen eingebauten Lichtverstärker, sondern nutzen einen Trick: Die CCD-Sensoren, die das Bild in elektrische Signale umwandeln, können ebenfalls Infrarotstrahlung wahrnehmen, wenn man den IR-Filter zur Seite klappt.