Nachtsicht-Assistent
Stellen Sie sich vor: Sie fahren im Herbst über die Landstraße. Es regnet, die frühe Dunkelheit erschwert die Sicht zusätzlich. Natürlich fahren Sie verantwortungsbewusst und mit angemessener Geschwindigkeit. Und trotzdem taucht aus dem Nichts plötzlich ein jugendlicher Radfahrer vor Ihnen auf. Das schwache Rücklicht war bei diesem Wetter nicht zu sehen und der Fahrer trägt keine Reflektoren an der Jacke. Sie weichen aus, kommen ins Schleudern oder noch schlimmer: Sie touchieren den Jugendlichen und bringen ihn zu Fall. Eine schreckliche Vorstellung, nicht wahr?
Mit einem Nachtsicht-Assistenten wäre Ihnen das erspart geblieben. Diese Nachtsichttechnik, die immer häufiger als Serien- oder zumindest Komfortausstattung für Kraftfahrzeuge erhältlich ist, nutzt Infrarotlicht. Einige Systeme setzen eigene Infrarotscheinwerfer ein, die eine Sichtreichweite wie bei vollem Fernlicht erlauben, ohne dass der Gegenverkehr geblendet würde, denn das Infrarotlicht bleibt für die Fahrer unsichtbar. Die sogenannten passiven Nachtsicht-Assistenten fangen wie eine Wärmebildkamera nur das vorhandene Infrarotlicht auf.
Das Bild des Nachtsicht-Assistenten wird auf einem Schwarz-Weiß-Bildschirm wiedergegeben, bei einigen Luxus-Fahrzeugen wird das Bild auch schon als sogenanntes „Head-Up-Display“ direkt auf die Windschutzscheibe projiziert.
Die Technik entwickelt sich auch hier stetig weiter. Mittlerweile gibt es Systeme, die über eine automatische Personenerkennung verfügen. Sie berechnen Geschwindigkeit und Lenkwinkel und schlagen Alarm, wenn sich eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ergibt, weil sie auf einem Kollisionskurs liegen.
Kein Wunder, dass der ADAC diese Nachtsichtgeräte in Kraftfahrzeugen immer wieder lobend erwähnt, sind sie doch einer Fahrt nur mit Abblendlicht in so vielen Punkten überlegen.
Auf diese Weise sorgen Nachtsichtgeräte für erheblich mehr Sicherheit im Straßenverkehr und Erlebnisse wie das oben geschilderte Schreckensszenario gehören hoffentlich bald endgültig der Vergangenheit an.