Videokameras
Videokameras mit Nachtsicht
Auch wenn die Werbung es uns gerne glauben machen möchte: ein Camcorder mit „Nachtsicht“ oder „Nachtmodus“ besitzt kein eingebautes Nachtsichtgerät. Trotzdem sind viele moderne Videokameras in der Lage, noch bei erstaunlich schlechten Lichtverhältnissen gute Aufnahmen zu machen. Sogar sehr preisgünstige Modelle bieten heute diese Funktion an.
Was steckt dahinter? In jedem Camcorder steckt als „Auge“ ein sogenannter CCD-Sensor. CCD steht für Charge-Coupled-Device und beschreibt ein lichtempfindliches Bauteil. Wenn bei einer Video- oder Fotokamera von Megapixel die Rede ist, ist die Anzahl der Bildpunkte eben dieses CCD gemeint. Ein CCD reagiert nun aber nicht nur auf das sichtbare Licht, sondern in gewissem Maße auch auf Infrarotstrahlung. Dadurch könnte es bei ausreichender Beleuchtung zu Farbverfälschungen kommen. Damit Camcorder trotzdem ein möglichst farbechtes Bild aufnehmen, baut man einen Infrarot-Filter in die Geräte ein.
Bei Kameras mit Nachtmodus wird dieser Infrarot-Filter mechanisch zur Seite geklappt. Nun trifft auch die Infrarot-Strahlung auf den Sensor, der damit praktisch mehr Licht zur Verfügung hat. Dabei muss auf Schwarz/Weiß umgestellt werden (was auf den Monitoren in der Regel zu Grün/Weiß wird), weil sich infrarotes Licht ja außerhalb des Farbspektrums befindet. Oft wird zusätzlich die Blende verlängert.
Es findet bei solchen Camcordern im Gegensatz zum echten Nachtsichtgerät also keine Lichtverstärkung statt und es ist auch nicht möglich, die Wärmestrahlung von Objekten aufzuzeichnen.
Natürlich gibt es auch Videokameras, gerade im Bereich der Sicherheitstechnik oder beim Militär, die tatsächlich mit einem Nachtsichtgerät ausgestattet sind. Diese Geräte können jedoch oft nicht eigenständig aufzeichnen, sondern müssen mit einem Rekorder verbunden werden oder schlagen mit einem deutlich höheren Preis zu Buche.